#7 Keller oder nicht

Keller – ja oder nein

An dieser Frage scheiden sich die Geister, denn: ist die Entscheidung einmal getroffen, kann sie nur schwer rückgängig gemacht werden.

Das Wichtigste zu Beginn
Am Beginn aller Überlegungen sollte die künftige Nutzung des Kellers stehen. Denn eine Unterkellerung ist dann sinnvoll, wenn Sie mehr Platz benötigen, als Ihr Wohnraum hergibt. Neben der Kellernutzung ist die Beschaffenheit des Baugrundes zu berücksichtigen. Denn bei Grundstücken mit hohem Grundwasserspiegel ist ein Kellerausbau nicht ratsam. Hohe Investitionen sind nötig, um das Bauwerk entsprechend abzudichten.
Für eine ganzheitliche Entscheidung sollten Sie in jedem Fall das Kosten-Nutzen-Verhältnis genau betrachten.

Haus mit Keller

Für den Keller spricht ganz klar die Schaffung von zusätzlichem (Wohn-)Raum. Da gerade bei sehr kleinen (und trotzdem oft teuren) Grundstücken der Platz begrenzt ist, empfiehlt es sich durch eine Unterkellerung mehr Fläche zu gewinnen. Damit lässt sich zusätzlicher Raum schaffen, oder sogar der Wohnraum erweitern, ohne die eigentliche Grundfläche des Hauses vergrößern zu müssen.

Möchten Sie den Keller überwiegend als Staumöglichkeit nutzen, überlegen Sie gut, was und wieviel Sie tatsächlich lagern bzw. aufbewahren werden. Je nach Jahreszeit oder Lebensabschnitt wird der Keller mal mehr, mal weniger gefüllt sein.
Spezielle Räume, wie Wein- oder Erdkeller, sollten sich aufgrund ihrer Anforderung (konstant niedrige Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit, Kontakt zum Erdreich, Kellergewölbe etc.) tatsächlich im Untergeschoß befinden. Auch Hobbyraum, Gäste- und Arbeitszimmer oder eine Werkstatt können meist problemlos in den Kellerbereich integriert werden.

Flexibel durch Keller.
Mit Keller sind Sie flexibel und haben zusätzlichen Raum, den Sie je nach Familiengröße und Lebensabschnitt nutzen können. Soll der Keller lediglich als Stauraum dienen, muss dieser natürlich nicht vollkommen ausgebaut werden. Wände, Decken und Böden können auch später belagsfertig gemacht und der Keller so als vollwertiger Wohnraum adaptiert werden. Bedenken Sie bei der Planung allerdings auch immer die Lichtsituation der Kellerräume!

Grundstück in Hanglage.
Vor allem bei Grundstücken in Hanglage ist es sinnvoll, das Gebäude zu unterkellern. Da die Fundamentierungsarbeiten ohnehin kostentechnisch etwas höher sind, ist es wirtschaftlich von Vorteil, den Raum im Erdreich gleich als Keller auszubauen.
Auch ist der Marktwert eines unterkellerten Hauses höher, als bei vergleichbaren Immobilien ohne Keller.
Eine nachträgliche Unterkellerung eines Gebäudes, ist, wenn überhaupt möglich, sehr kostenintensiv und mit enormem Aufwand verbunden. Darum wird den meisten Fällen davon abgeraten.

Haus ohne Keller

Häufigster Grund für einen Verzicht auf den Keller ist die Senkung der Baukosten. Im Schnitt spart man mit einer Fundamentplatte in etwa die Hälfte der Kosten für die Herstellung eines Kellers. Denken Sie auch an den Mehraufwand, den Treppe, Fenster, Wärmedämmung, Isolierung, Installation verursachen!
Natürlich hängen die Kosten für einen Keller von unterschiedlichen Faktoren ab, so auch von vom Untergrund, vom Grundwasserspiegel oder von statischen Verhältnissen. Auch die spätere Nutzung beispielsweise als Wohnkeller hat Einfluss auf den endgültigen Preis.
Barrierefreie Hauskonzepte lassen sich mit Unterkellerung nur mit entsprechendem technischem und finanziellem Mehraufwand realisieren.

Teilunterkellerung

Eine Teilunterkellerung ist bei bestimmten Hauskonzepten in Hanglagen, wie etwa Split-Level-Häusern, ratsam. Wie der Name schon sagt, wird bei Split-Level-Häusern der Wohn- und Kellerraum auf unterschiedlichen Ebenen aufgeteilt und so die Hanglage optimal genutzt. Bei flachen Grundstücken ist eine teilweise Unterkellerung meist unwirtschaftlich, da ein Teilkeller auf die Quadratmeter bezogen teurer ist als der Keller des gesamten Hauses.

Gute Alternativen.
Wichtig ist, zu überlegen, ob auf anderen Wegen ausreichend Stauraum gewonnen werden kann. Reicht ein Abstellraum in der Wohnung aus? Oder gibt es die Möglichkeit einer Dachboden-Nutzung?
Für größere Gerätschaften sollte ein Abstellraum im Erdgeschoß mit Zugang von außen eingeplant werden. So müssen Rasenmäher und Co nicht durch andere Räume manövriert werden. Außerdem kann dort auch die Hausinstallation ihren Platz finden. Eine weitere Möglichkeit, den Stauraum zu erweitern, bieten sogenannte Kellerersatzräume, wie etwa Geräteschuppen. Sie eigenen sich vor allem auch für die Unterbringung von größeren Geräten oder Maschinen. Mit einem zusätzlichen Gebäude verliert das Grundstück selbst allerdings auch wieder an Grünfläche.


Wenn es die Verordnung zu lässt, kann natürlich auch in die Höhe gebaut werden. Informieren Sie sich früh genug über die genehmigte Bebauungsdichte im entsprechenden Baugebiet.

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Fotocredit: Pixabay

Weitere Infos dazu:
Attraktiv Bauen mit kleinem Budget. Mit systemischer Planung zu niedrigen Kosten, von Achim Linhardt, München 2013

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